Für mich eine absolut Unfähige Regierung! Dennoch, bin ich nicht überrascht, da ich mir so etwas schon gedacht habe.
Ich kann mich nicht erwähren, die Annahme zu haben,
dass nun die Medien Gegensteuern und schon sehr bald alles schön reden werden! Bestimmt gibt es bald "Experten" Berichte, dass es "Aufwärts" geht? Denn:
Das erste Zeugnis der Bundesregierung fällt mies aus. Ein Trost: Im Jahr 1998 ging es der rot-grünen Koalition nicht viel besser – obwohl auch damals zwei Wunschpartner miteinander regieren konnten. Zumindest die 100-Tage Bilanz der großen Koalition suggeriert: Vernunftehen halten besser als Liebeshochzeiten.
Das Urteil fällt vernichtend aus. „Streit und Misstrauen“
präge die Arbeit der neuen Regierung, heißt es im „Focus“. „Harmonie als Ausnahme – in der Regel läuft nichts richtig rund“, konstatiert die „Welt am Sonntag“. Und der „Stern“ höhnt: „Von einer Wende ist jedenfalls nichts zu bemerken.“
Aktuell klingen diese Kommentare.
Tatsächlich sind sie elf Jahre alt, sie stammen aus dem Frühjahr 1999. Damals war es gerade 100 Tage her, dass Gerhard Schröder nicht nur Helmut Kohl als Kanzler abgelöst hatte, sondern auch mit seinem Wunschpartner – den Grünen – regierte. „Chaos mit Kanzler“ titelte der „Spiegel“ nach den ersten drei Monaten. Selbst die linke „Tageszeitung“ klagte: „Alles atmet den Geist von Sachbearbeiter- und Referentenprosa.“
Vernunftehen halten oft besser als Liebeshochzeiten. Zu diesem Fazit muss kommen, wer sich die 100-Tage-Bilanzen der vier Bundesregierungen seit 1998 anschaut. Während sowohl die erste rot-grüne Regierung als auch die zweite nach Ende der politischen Schonfrist in der Öffentlichkeit durchweg schlechte Noten erhielt, konnte sich die große Koalition mit Angela Merkel und Franz Müntefering an der Spitze nach
100 Tagen über eine gute Presse freuen. Von der „Harmonie des kalten Kalküls“ sprach etwa die „Süddeutsche Zeitung“, und ein Kommentator der „Tagesschau“ staunte gar poetisch über „Merkels erträgliche Leichtigkeit des Seins“.
Dabei waren die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD viel zäher verlaufen als die ihrer Vorgänger- wie auch Nachfolgerregierung. 1998 hatten die rot-grünen Koalitionäre ein Rekordtempo vorgelegt: Bereits drei Wochen nach der Bundestagswahl war der Koalitionsvertrag perfekt. Nur fünf Tage länger brauchten die Verhandlungsführer von Schwarz-Gelb im Oktober 2009, um sich auf ihren 124-Seiten-Vertrag zu einigen – und das, obwohl mit der CSU noch ein dritter Partner mit am Tisch saß.
Ganz anders sah es nach der Bundestagswahl 1998 aus: Zunächst hatte die SPD Zeit benötigt, um sich nach der Niederlage von der Linie Gerhard Schröders loszusagen. Der hatte noch in der Wahlnacht vollmundig verkündet, eine künftige Regierung werde es nur „unter meiner Führung“ geben. Bis Mitte November dauerte anschließend das zähe Ringen zwischen Angela Merkel und Franz Müntefering, dessen Ergebnis in den Medien dann als „Große Qualition“ verspottet wurde. Die Ankündigung, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anzuheben, bei Hartz IV zu kürzen und die Mehrwertsteuer zu erhöhen, löste bei Wirtschafts- wie Sozialverbänden Proteste aus.
Doch drei Monate später mussten die politischen Kommentaren überrascht feststellen, wie reibungslos die Zusammenarbeit der einstigen Kontrahenten verlief. Die unan?genehmen Ankündigungen der
neuen Regierung wurden nun als „realpolitisch“, „klug“ und „konsequent“ gewürdigt.
Die große Koalition wie ihre Kanzlerin profitierten damals eindeutig vom Phänomen, anfangs unterschätzt worden zu sein. Für Schwarz-Gelb hingegen gilt, was einst auch auf Rot-Grün zutraf: Wer als politisches Wunschbündnis startet, weckt hohe Erwartungen und läuft folglich eher Gefahr, diese zu enttäuschen.
Ein Trost aber bleibt Schwarz-Gelb: Über den weiteren Verlauf der Amtszeit sagen 100-Tage-Bilanzen nicht viel aus. 2002 gelang Rot-Grün ein erneuter Wahlsieg – trotz der schlechten Bewertungen, die die erste Schröder-Regierung nach drei Monaten im Amt erhalten hatte.
Der General